Bezeichnender Geist

Sehr geehrte Sportsfreunde!

Auch wenn er selbst das nicht besonders betonen würde, und damit sind wir schon bei der schönsten Anmaßung dem Künstler sein Werk zu erklären, aber hier wird schon mal der Hockeyschläger geschwungen.

Die Golftasche ist gepackt, der Sumo-Ringer schlägt sich auf die Schenkel. Hier wird jongliert, manches Gewicht gestemmt, geangelt und geturnt. Damit die Aufzählung nicht zu langweilig wird, lasse ich Bogenschießen, Radfahren, Baseball, Voltigieren und Stabhochsprung weg.
Und Akrobatik.
Und nicht zuletzt wird gewandert.

Aber ich will nicht ins Plaudern geraten. Kiefer plaudert auch nicht. Dazu ist es ihm zu ernst. Deshalb ist diese Art von Unterhaltung auch gutgelaunt, sonst wird sie nämlich unerträglich! Für Galle und Gift nimmt man den Stift, aber die Figuren wirken nicht unglücklich.

Es gibt nur vereinzelt Gewalt gegeneinander, direkte Anmache ist selten, da ist die Quote auf jeder Düsseldorfer Hauptschule dichter. Die Stimmung hier ist eher gelassen, schauen Sie sich gleich weiter um, die Figuren sind mit sich selbst im Reinen, also kennen sie den Schmutz!

Die Szenen kommen ohne Gewandzipfel daher, die Figuren machen Unsichtbares sichtbar und sind so einmalig wie wir alle. Die einzige Antwort auf die große Tragödie ist nun mal der Witz, der bringt Farbe in schwarz-weiß.
Wer wirklich leidet, lacht! Meint der Künstler und ich würde sagen, das ist der bezeichnende Geist!
Und ich darf das sagen, schließlich steh' ich hier wie ein kleiner dicker König und bringe meine Figuren auf den Weg, ohne offensichtlichen Zusammenhang, bei dem sich aber dennoch insgesamt ein Sinn erschließt, wie bei allen Wanderungen.

Die ersten III Wanderungen waren schon schön lang in Metern, sozusagen "das dreckige Dutzend". Jetzt kommen stolze 37 Meter Wanderstrecke dazu! Die Wartezeit ist vorbei, es brauchte halt lange, um lang zu werden. Und was hilft beim Wandern? Orientierungspunkte helfen beim Wandern!

Aber all das, was ich Ihnen über die vierte Wanderung sagen kann, ist sie gleichzeitig auch nicht, denn ich erzähle ihnen dann ja meine Wanderung, und Sie gehen gleich besser alleine los, und damit Sie sich gewöhnen, rede ich mal, wie Kiefer zeichnet:
dann hörte man jetzt als Running-Gag naseweise und behütete Strichmännchen, die es sich auf den letzten drei o gerade gemütlich machen oder ironisch hindurchblicken.

Und Durchblick ist eine Voraussetzung für Ironie, und Ironie die Voraussetzung für diese Wanderung.
Die Welt ist ernst genug, da muss man sich gehen lassen oder gucken.

Schließlich kommen die Figuren uns entgegen.
Immer der Nase nach gegen die Leserichtung kommen sie unseren Augen entgegen. Entgegenkommend sind sie aber nicht!
Die Figuren bewegen sich zwischen Abscheu und Reiz, da macht man einen Papierstreifen mit!
Aber die dunkle Seite und die Ablehnung haben halt auch ihren Reiz!
Das kennt man ja schon aus der Oper Narr und Zimmermann, oder aus dem bekannten Satz: Komm mir nicht zu narr!

Sie sehen schon:
Die Wahrnehmung ist erfreulich verzerrt:
Der berühmte Wanderführer Adolf ist Gott sei Dank in 13 statt in 1.000 cm zu haben, die Menstruationsgruppe Südliches Rheinland ist aber o.b.-fadenlang.
Schauen Sie sich das mal an und entdecken Sie, wer sich auf der vierten Wanderung endlich gegen den Herdentrieb der Narren stellt. Der Strich ist im Laufe der Zeit dunkler, dichter, gefährlicher geworden, nur die Strichmännchen sind gleich geblieben,
da hängt wieder eines am letzten u von Kunst.

Kunst kommt auch von Kaufen.
Informieren Sie sich über das Buch „Die komplette Narrenwanderung“ Naseweiser und Behüteter als Faksimiledruck oder kaufen Sie ringsum Originale wie verrückt. Beim Kauf denken Sie daran, der eine oder andere Zentimeter mehr hat noch niemandem geschadet. Wenn Sie sich gerade ihre Wohnung einrichten, wie wäre es, die Narrenwanderung ist auch nicht frei von Kalauern, ganz in Kiefer? Dann haben Sie eine Haltung an der Wand und einen Zitatenschatz, denn wieviele Zitate sind in dieser Sammlung, die auch der Zerstreuung dient! Diese Zeichnungen sind mehr als die Summe ihrer Striche, sie setzen sich aus herumliegenden Einzelstücken als Idee zusammen und sind in ihren ästhetischen, handwerklichen und gedanklichen Fähigkeiten umso bemerkenswerter, als dass sie auch immer die unzählige Anzahl der verworfenen Ideen mit einschließen!

Und weil ich jetzt genau 37 Sätze lang geredet habe, ist das plötzlich nicht das Ende, sondern wie bei der IV. Narrenwanderung nur eine Pause und bricht mitten im Satz a....

Bei mir ist die Pause schneller vorbei:
Denn etwas möchte ich Ihnen noch mit auf den Weg geben:
Denken Sie daran, spazierengehen können Sie woanders, hier wird in Kunst umhergewandert, und diese Kunst ist nicht gefällig, aber den richtigen Leuten gefällt sie. Und nicht gefällige Kunst muss nicht nicht gefallen und jetzt schauen sie gefälligst.

So sind sie, die Künstler oder das können sie die Künstler:
Obszön, absurd, zynisch, voyeuristisch, ätzend, ironisch, treffend, spöttisch merkwürdig und meisterhaft, ein querulanter Spaßmacher. Originell, spannend, konzentriert, beißend, frech, artifiziell, aber kaum mal ein anständiges männliches Geschlechtsteil!